1. – 4. Schuljahr

Heike Henning

Ton für Ton bis ganz hinunter

Eine gesungene Musiktheorie über Töne

Mit dem „Intervalllied lernen die Kinder singend und spielerisch verschiedene Intervalle kennen, Intervallabstände zu singen, zu benennen und auch zu hören.

Jeder Tonabstand hat einen eigenen Namen. So heißen die Intervalle, welche in einer Tonleiter vorkommen: Prim, Sekund, Terz, Quart, Quint, Sext, Sept und Oktav.
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Intervalle
Als Intervall (lat. Intervallum = Zwischenraum) bezeichnet man in der Musik den Abstand zwischen zwei gleichzeitig oder nacheinander erklingenden Tönen verschiedener oder auch gleicher Tonhöhe. Eine Tonleiter besteht aus sieben Tönen. Davon ist der erste der Grundton. Er trägt die Nummer 1. So heißt das erste Intervall, das der Grundton mit sich selbst bildet, Prim (lat. Prime = die Erste). Hier beträgt der Abstand 0. Der Abstand zwischen dem ersten und dem zweiten Ton heißt Sekund und hat den Tonabstand eins. Der Abstand zwischen dem zweiten und dem dritten Ton heißt Terz und hat den Tonabstand zwei usw.
Liedeinführung
Die Lehrkraft singt die erste Liedzeile vor (M1). Dabei tippt sie die Fingerspitzen bei „wir (der Auftaktnote) an und patscht dann bei „sind auf die Oberschenkel. Während der ersten beiden Takte wird das Metrum durch diese Bodypercussion abgebildet (tipp-patsch-tipp-patsch-tipp). Bei „alle, alle, alle, alle, alle zeigt sie mit dem Finger im Kreis um sich. Die Kinder singen die Liedzeile nach und imitieren die Bewegungen. Dieses Call-and-Response-Prinzip wird so lange beibehalten, bis die Kinder diese (wiederkehrende) Liedzeile verinnerlicht haben. Die gestische Gestaltung dieser ersten Liedzeile bleibt bei den (übereinstimmenden) Liedzeilen drei und vier beibehalten. Bei Liedzeile zwei malt die Lehrkraft beim Vorsingen mit beiden Händen (immer größer werdende) Tonabstände in die Luft. Bei „die Prim sind die Hände auf einer Ebene, bei „die Sekund steigt eine Hand etwas weiter auf. Mit jedem gesungenen Intervall zeigt die Hand den Abstand größer. Bei der vierten Liedzeile wird anders herum verfahren. Während die Lehrkraft die vierte Liedzeile vorsingt, zeigt sie mit beiden Händen auf Höhe der Augen eine Ebene. Dann bleibt eine Hand auf dieser Höhe fixiert, die andere malt die Melodieführung abwärts quasi in die Luft. Das heißt, die zweite Hand hüpft parallel zur Liedmelodie in immer größer werdenden Abständen von der oberen Hand nach unten und zu dieser zurück. Wenn alle drei unterschiedlichen Liedzeilen eingeführt und von den Kindern in Bezug auf Text, Rhythmus und Melodie beherrscht werden, erklärt die Lehrkraft, dass das Lied in der Form eines Rondos aufgebaut ist.
Die Kinder singen das Lied (am besten im Kreis sitzend) und verfolgen den Aufbau des Liedes anhand der Bodenpartitur zunächst nur mit den Augen. Danach wird ein Kind bestimmt, welches die Klasse durch die Partitur führt, indem es die ausgelegten Bilder im Timing des Liedablaufs abgeht.
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Rondo
Als Rondo werden Kompositionen bezeichnet, welche eine bestimmte Form aufweisen: Ein Abschnitt A kehrt immer wieder und wechselt sich mit anderen Abschnitten ab. Mit Hilfe der Kopiervorlagen (siehe Beilage auf CD) legt die Lehrkraft den Liedablauf (A-B-A-C-A) wie folgt:
  • A: Wir sind
  • B: (Kopiervorlage M2) 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8
  • A: Wir sind
  • C: (8, 7, die Kopiervorlage M3, auf der die Zwischenräume und Notenköpfe vorhanden sind)
  • A: Wir sind
Vertiefung und Hörspiele
Die Lehrperson spielt auf einem Klavier oder einem Xylofon die Liedzeile zwei (B) des Rondos und bleibt bei einem Intervall stehen. Beispielsweise spielt sie bis Takt 4 und die Kinder erkennen „die Quart. Die Kinder müssen raten bei welchem Intervall die Lehrkraft gestoppt hat. Wer die Lösung erraten hat, zeigt auf: Die Lehrperson zeigt auf ein Kind, welches zur Intervallkarte seiner Lösung geht. Stimmt die Lösung wird das Intervall umgedreht. Wenn die Lehrkraft bis zur Quart gespielt hat, wird beispielsweise die 4 umgedreht,...

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