1. – 6. Schuljahr

Georg Biegholdt

Reise- und Wanderlieder

Lieder frisch entstauben und dabei in Bewegung kommen

Lieder zum Thema Wandern und Reisen gibt es viele, vor allem traditionelle Volkslieder. Damit zum nächsten Klassenausflug ein kleines Repertoire aufgebaut werden kann, gibt es hier drei bewährte Liedvorschläge, die mit den neuen Playbacks einstudiert und gesungen werden können. Beim Ausflug wird es dann auch ohne Playback gehen.

„Das Wandern ist des Müllers Lust
Wandern ist nicht in allen Familien Bestandteil des Freizeitvergnügens. Manche Kinder sind es gar nicht gewohnt, sich über längere Zeit zu Fuß fortzubewegen. Dabei kann Wandern so schön sein, ob man dabei nun singt oder sich miteinander unterhält. Letzteres wegen der immerwährenden Bewegung innerhalb der Wandergruppe mit oft wechselnden Gesprächspartnern.
Damit die Strophen (M1) nicht verwechselt werden, sobald man versucht, das Lied auswendig zu singen, können die Kinder selbst Bildkarten anfertigen, auf denen zwei Füße (1. und 5. Strophe), fließendes Wasser, Räder und Steine zu sehen sind. Diese werden dann an die Tafel gehängt, wo jeder auf einen Blick sehen kann, was die nächste Strophe ist.
Wenn das Lied tatsächlich beim Wandern gesungen wird, empfiehlt sich eine Begleitung mit dem, was man am Wegesrand findet: Stöcke werden zu Klanghölzern, Steine werden aneinandergeschlagen, belaubte Zweige geben einen ganz anderen Klang. Damit es nicht eintönig wird, sollten die „Instrumentalisten jedoch nicht den Rhythmus der Singstimme mitspielen, sondern sich eigene Rhythmen ausdenken. Solange die erfunden und erprobt werden, singen die „Instrumentalisten nicht mit und konzentrieren sich darauf. Erst, wenn der eigene Rhythmus sicher ist, wird probiert, ob es mit Singen und Rhythmus gleichzeitig klappt.
Man kann sich auch ein Wanderspiel zum Lied überlegen: Es wird nicht einfach nur im Grundschlag Fuß vor Fuß gestellt, sondern bei bestimmten musikalischen Wendungen tun die Füße etwas anderes. Bei der großen Coloratur könnte man auf dem linken Fuß stehen bleiben und mit dem rechten nach vorn tippen und dann im Halbkreis nach hinten, bei der Wiederholung auf dem rechten Fuß stehen bleiben und mit dem linken nach vorn tippen und dann im Halbkreis nach hinten. Oder man baut beim „Wandern im 2. und 3. Takt der letzten Zeile einen Wiegeschritt ein: Statt den Fuß nach vorn zu setzen, wird er hinten noch einmal belastet, dann der vordere wieder belastet, dann geht es weiter. Dies sind Ideen, die man als Lehrkraft vorsichtshalber im Hinterkopf hat: Gefragt ist aber die Kreativität der Kinder. Und so macht das Wandern vielleicht auch denen Spaß, denen es ungewohnt und zu anstrengend ist.
„Hoch auf dem gelben Wagen
Das Fahren in einer Kutsche oder gar auf ihr ist eine Erfahrung, die viele Kinder noch nicht gemacht haben. Das ist schade und kann vielleicht Highlight der nächsten Klassenfahrt sein. Dann hat man einen ganz konkreten Anlass, das Lied zu singen (M1). Aber es passt natürlich auch zu jedem anderen Wandertag.
Der etwas irritierende „Schwager in der ersten Zeile des Liedes sollte den Kindern vielleicht erklärt werden: Viele französische Wörter haben sich in die deutsche Sprache eingeschlichen und haben sich dabei verändert. Der französische „Chevalier (Ritter, später eben auch als Postreiter gebraucht) wurde wohl aus Sprachfaulheit zum Schwager Gemeint ist also nicht der Verwandte.
Die dritte und vierte Strophe sind ja eher etwas für Erwachsene. Vielleicht finden die Kinder eigene Ideen, was sie vom gelben Wagen aus alles beobachten können: verschiedene Autos, Menschen, Situationen. Bei Aufzählungen findet man recht leicht die notwendigen Reime. Und beim Wandern hat man Zeit, mit den Worten zu spielen, auch Quatschverse zu dichten. Und dabei vergeht die Zeit viel schneller.
Ebenfalls beim Wandern ganz leicht durchzuführen: Die textlosen drei Zählzeiten am Ende der ersten beiden Zeilen werden geklatscht (2 – 3 – 4). In der dritten Zeile...

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