1. – 6. Schuljahr

Georg Biegholdt

Fliegen, fahren, schwimmen

Musik über Assoziationen erschließen

In dieser Unterrichtssequenz geht es darum, den Charakter des Stückes, den man als erhaben, großartig, hymnisch der gar pompös bezeichnen könnte, zu erfassen. Dazu wird die Methode des kooperativen Lernens „Think Pair Share genutzt.

Entsprechende Filme eignen sich besonders gut, die einen Blick auf großartige Landschaften zeigen, gedreht aus einem Auto heraus (Autobahn), aus einer Eisenbahn (vielleicht bei einer Fahrt durch die Alpen), aus einer ratternden Kutsche mit dem entsprechenden kleinen Ausschnitt, den ein Kutschenfenster bietet, aus einem Flugzeug oder Ballon, oder von einem Schiff. Die Möglichkeit, Filmausschnitte für alle sichtbar abzuspielen, ist im Musik- oder Klassenraum oft nicht gegeben, die urheberrechtliche Frage ist auch unklar. Also behelfen wir uns mit dem „Kopfkino“ … und ein paar Bildanregungen (M1 ).
Für die Auseinandersetzung mit der Musik wird eine Methode des Kooperativen Lernens (Think Pair Share) verwendet.
INFO
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Edward Elgar (18571934) war ein britischer Komponist mit einem vielfältigen Œvre. Allerdings steht sein interessantes Schaffen im Schatten einer einzigen Komposition, dem „Land Of Hope and Glory, 1901 komponiert und 1902 mit einem Text von Arthur Christopher Bensen (18621925) versehen. Ursprünglich ist es das Trio aus dem „Pomp and Circumstance March Nr. 1 von 1901. Die insgesamt fünf Märsche unter diesem Titel, die Elgar zwischen 1901 und 1930 komponierte (ein sechster war bereits geplant, wurde aber nicht mehr vollendet), waren inspiriert von einem Abschnitt aus Shakespeares „Othello. Über die konkrete Übersetzung insbesondere als Titel von Elgars Komposition streiten sich die Experten und Elgar kann man ja leider nicht mehr fragen, Shakespeare erst recht nicht. Am naheliegendsten dürfte sein: Pracht und Zeremonie.
Hinführung: Think
Die Klasse wird in Gruppen zu maximal sechs Personen eingeteilt. Jedes Kind in der Gruppe erhält eine Bildkarte. Sind es weniger als sechs Kinder, werden das Auto und ggf. die Kutsche weggelassen. Die Lehrkraft gibt folgenden Hörauftrag:
„Versuche die Musik möglichst mit geschlossenen Augen anzuhören, damit dich nichts von deinem Kopfkino ablenken kann. Versuche Dir vorzustellen,
  • dass du mit einer Kutsche fährst und aus dem kleinen Fenster in die Landschaft schaust,
  • dass du in einem Auto über die Autobahn fährst und aus dem Fenster siehst,
  • dass du mit einem Zug durch die Berge fährst und sich dir immer wieder neue Blicke auftun,
  • dass du mit einem Schiff über das Meer fährst und die Weite der Wasserfläche siehst,
  • dass du mit einem Ballon fährst und die Landschaft unter dir betrachtest,
  • dass du mit einem Flugzeug fliegst und auf die unter dir liegenden Wolken schaust.
  • Wie gut gelingt dir das?
Bearbeitung: Pair
Nun wird die Musik ein erstes Mal gehört. In der Gruppe äußern sich anschließend die Kinder reihum, wie gut ihnen das gelungen ist. Es wird einige geben, die sagen, dass ihr „Kopfkino nicht zur Musik gepasst hat, andere, die die Übereinstimmung hoch fanden. Aufgabe ist nun, sich in der Gruppe auf zwei Möglichkeiten zu einigen, die favorisiert werden. Insbesondere, wenn mehrere Kinder mit dem Zusammenspiel von „Kopfkino und Musik sehr zufrieden waren, ergibt sich eine Diskussion, in der immer wieder über die Musik und ausgewählte Parameter wie Tempo oder Lautstärke gesprochen wird. Die übrigen Bildkarten werden beiseitegelegt.
Beim zweiten Hören der Musik ist nun die Aufgabe, die verbliebenen Möglichkeiten im Kopfkino ablaufen zu lassen, um sich anschließend in der Gruppe auf eine zu einigen. Auch jetzt können wieder spannende Diskussionen über die Musik entstehen.
Während des dritten Hörens sollen nun die Kinder überlegen, wie sie das im „Kopfkino gesehene für andere beschreiben können. Über diese Beschreibung soll sich die Gruppe im Anschluss verständigen und sie aufschreiben. Bestenfalls entsteht ein...

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