1. – 6. Schuljahr

Kurt-Uwe Witt

Apusé

Ein Abschiedslied für viele Anlässe

Ein stimmungsvolles, gewachsenes Lied zur Verabschiedung der vierten Klassen, für Kollegen, Eltern oder einfach ein Lied zum Abschied ins Wochenende oder am Ende eines Schultages das ist Apusé!

Seinen Ursprung hat Apusé auf der Insel Biak. Sie gehört zu West-Papua Indonesiens. Das Lied handelt von Großeltern, die für ihre Enkel zum Abschied am Strand mit dem Taschentuch winken, wenn sie zum Fischen auf die Doreri-See hinausfahren. Die Großeltern wünschen den jungen Fischern auf diese Weise glückliche Heimkehr. Der deutsche Text besteht nur aus vier Zeilen, die in dem Lied dreimal wiederholt werden. Der traditionelle Text ist schwieriger zu lernen, wird aber ebenfalls viermal hintereinander gesungen. Auch deshalb erfassen ihn bereits Kinder in der ersten Klasse schnell und haben Spaß an den vokalreichen Wörtern.
Info
Info
Die Insel Biak wurde 1963 von Indonesiern besetzt. Schon bald schloss sich ein Teil der Ureinwohner zu einer Autonomiebewegung zusammen und setzte sich für den Schutz des Regenwaldes, ihres Lebensraums, ein. Vor Verfolgung retteten sich einige von ihnen ins niederländische Exil. Ihre Lieder nahmen sie mit und so verbreiteten sie sich als Weltmusik. Diesen Nativesong übermittelte Ottis Simopiaref, der jetzt wieder auf Biak lebt, dem Liedermacher Unma
Das Lied erwächst aus der Südsee-Atmosphäre
Die Einführung des Liedes (M1) kann in einer atmosphärisch ähnlichen Klangkulisse erfolgen, wie sie dem Liedursprung entspricht mit beruhigendem Rauschen, das den Meeresgeräuschen ähnelt.
  • Dazu können große Ocean-Drums genutzt werden oder
  • das Geräusch, das beim kreisförmige Kratzen von Fingernägeln auf einem Trommelfell entsteht.
  • Aber auch Rasseln, deren Kugeln im Inneren durch langsam kreisende Bewegungen rauschende Klänge erzeugen, sind gut geeignet, eine entspannende Meeresbrandung im Musikraum erklingen zu lassen.
Gibt es große Muscheln, können sie thematisch auf das Lied hinführen. Sie schaffen Hörerlebnisse, die durch das Zirkulieren des Blutes im Ohr ein Rauschen hören lassen, das beruhigend auf das zentrale Nervensystem wirkt.
Alle in einem Boot
Alle Kinder fassen mit einer Hand an eine Ocean-Drum und stehen deshalb sehr dicht beieinander. Die Drum zentriert alle, der Klang kommt aus der Stille. Die Gruppe bewegt ruhig die Ocean-Drum und beobachtet die Muster der Kugeln auf dem Trommelfell. Nähe zuzulassen und die Wirkung der Drum dienen als gemeinsame zentrierende Erfahrung. Die Klangcollage endet in der Stille, wenn sich kein Kind mehr bewegt und die kleinen Kugeln in der Ocean-Drum zur Ruhe kommen.
Das Lied wird zunächst mit deutschem Text gesungen. Eine Ukulele oder Gitarre könnte, falls gewollt, von der Lehrkraft als Begleitinstrument genutzt werden. Die Kinder untermalen das Lied zunächst mit einer einfachen Klopf-Klatsch-Begleitung (Rhythmus 1) im Viertelrhythmus. Der tiefe Klopf-Ton erklingt, wenn die Fingerknöchel einer Faust auf die Sitzfläche des Stuhls treffen. Der abwechselnde Hoch-Tief-Klang erzeugt einen gemeinsamen Puls (H26, erster Teil, Abb. 1 ).
Etwas anspruchsvoller ist Rhythmus 2 (H26, hinterer Teil). Es bietet sich an, die Sprache als Unterstützung beim Erlernen des Rhythmus zu benutzen. Die Klatscher erfolgen auf den beiden Silben „HO-HE, die Wörter „Haus und „Wellen dienen als Pausenfüller und werden ohne Bodypercussion gesprochen. Der Rhythmus 2 wird nur von einer kleinen Gruppe geklatscht. Diese Kinder singen nicht mit, sondern klatschen zum Gesang der anderen ihren Rhythmus. Dabei hilft es ihnen, im Metrum zu bleiben, wenn sie anfangs ihren Sprechtext flüstern. (Abb. 2 )
Taschentücher raus!
So wie die Großeltern auf Biak winken auch die Kinder zu Apusé mit Taschentüchern. Die Tücher werden beim Singen der zweiten Zeile (Taschentücher raus) aus den Taschen hervorgezaubert und während der dritten Zeile (winke, winke) langsam geschwenkt. Wird anschließend der Originaltext gesungen,...

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