1. – 4. Schuljahr

Jürgen Terhag

„Schnick schnack schnuck

Ein Kinderlied zum Singen, Bewegen und Improvisieren

Der Text dieses eingängigen Kinderlieds erzählt von ganz alltäglichen Problemen und ihrer Bewältigung. Die bewusst eingängige Melodie ermöglicht es den Kindern, an den entsprechenden Textstellen zusätzlich zum Singen die passenden Bewegungen auszuführen. Darüber hinaus bietet das Lied Möglichkeiten für mehrstimmiges Improvisieren im Klassenverband.

Wer spielt gerne „Schnick schnack schnuck? Gibt es noch andere Namen für dieses Spiel? Wie wird es gespielt? Welche Bewegungen macht man dabei? Warum macht es Spaß? Wofür kann man es gebrauchen? Wie können zwei Kinder sonst noch eine Lösung finden, wenn sie verschiedene Dinge wollen? Welche Möglichkeiten gibt es dafür?
Solche Fragen und das gemeinsame Spielen von „Schere, Stein, Papier können den Einstieg in die Beschäftigung mit dem gleichnamigen Lied (M1 ) bilden.
Das Lied singen und sich dazu bewegen
Da das Lied auf der Dominante beginnt, ist man sofort in der erzählten Geschichte. Bei den Wörtern „Schnick schnack schnuck bzw. „Schere, Stein, Papier machen alle beim Singen die entsprechenden Spiel-Gesten. Falls es unterschiedliche Spielversionen gibt, einigen sich vorher alle auf eine gemeinsame.
Das traditionell wirkende Lied sollte möglichst schlicht begleitet werden. In der Strophe ist es besonders schön, ab „Eltern möchten …“ die in den Akkordsymbolen ausgeschriebene Unterstimme im Bass mitzuspielen, am besten leicht getupft.
In der Pause nach „Was solln wir jetzt tun? sollte auch die Begleitung pausieren; stattdessen gestalten alle zwei Viertel mit Bodypercussion, beispielsweise mit Schnipsen oder Klatschen.
Improvisierte Mehrstimmigkeit
Vom Text ausgehend
Die Kinder sprechen den Text zunächst rhythmisch, dazu werden allmählich die Akkorde des Harmonieschemas leise angedeutet, und alle probieren eigene Melodien im Textrhythmus aus. Oft klingt hier auch die notierte Melodie bereits an, diese wird aber erst ganz zum Schluss verraten.
Durch dieses methodische Vorgehen wird mit ganz einfachen Mitteln viel mehr möglich, als man zunächst erwartet! Denn sobald wir uns erst einmal trauen, uns von der Melodie eines Lieds zu lösen und eigene melodische Varianten auszuprobieren, erklingt allmählich (!) eine Mehrstimmigkeit, die ihre ganz eigene musikalische Wirkung entfaltet.
Von der Melodie ausgehend
Das Ausgehen von der Melodie ist für viele schwieriger als das Ausgehen vom Text. Zuerst singen alle die Melodie, wie sie notiert ist, dazu gibt die Lehrerperson nach und nach weitere melodische Möglichkeiten vor, einzelne Kinder steigen mit diesen Unterstimmen ein, bis es ganz allmählich (!) mehrstimmiger wird.
Das Problem hierbei ist die starke „Klebewirkung einer einmal gelernten Melodie. Aber auch wenn die Mehrheit bei der Hauptmelodie bleibt, klingt das Ganze immer noch interessanter, als die in unseren Schulklassen vorherrschende Einstimmigkeit
Methodisch-didaktischer Hintergrund
Nicht nur in der stets heterogenen Schulklasse, sondern auch im Schulchor ist der Tonumfang von Liedern ein häufiges Problem für Kinderstimmen: Oft trifft die eine Hälfte die hohen Töne nicht und die andere hat Probleme an den tiefen Stellen. Das Ergebnis sind häufig Lieder mit sehr geringem Tonumfang, die trotzdem für viele immer noch nicht leicht zu singen sind.
Vor diesem Hintergrund ergeben sich durch die improvisierte Mehrstimmigkeit viele Freiheiten, denn zu tiefe oder zu hohe Töne gibt es hier nicht: Wenn jemand einen Melodieton nicht erreicht, passt meist der Harmonieton darüber oder darunter perfekt.
Hierbei muss man natürlich Geduld haben, bis aus der „Anderthalbstimmigkeit eine schön klingende Mehrstimmigkeit wird, die sich jedoch nach meiner langjährigen Erfahrung in jeder einigermaßen geübten Gruppe realisieren lässt, frei nach dem augenzwinkernden Motto: „Improvisieren geht über Notieren.
Und ganz nebenher bleibt den sogenannten „Brummern bei...

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