1. – 2. Schuljahr

Birgit Jeschonneck

Kinderspiele früher und heute

Aktives Musikhören rund um das Thema Spielzeug

Kleine Klavierstücke von Georges Bizet und Erik Satie, in denen die Bewegungen von Spielzeug und Spiel dargestellt werden, können auch schon von jungen Hörern und Hörerinnen „durchhört und verstanden werden. Angeregt von den Musikstücken erfinden die Kinder selbst Musik und passende Bewegungen.

Spielen und Spielzeuge (Abb. 1 ) sind immer Veränderungen und Moden unterworfen. Gleichwohl gibt es bestimmte Themen, die nie aus der Mode kommen wie zum Beispiel das Sammeln oder die Laufspiele. Und es gibt auch Spiele, die zwar in der Versenkung verschwinden, jedoch später, vielleicht in einem etwas anderen, moderneren Gewand, wiederauftauchen.
Um solche Spiele und Spielzeuge geht es in den ausgewählten kleinen Tonmalereien, die in diesem Beitrag für noch ganz junge Hörer vorgestellt werden. Es ist schön, dass es sich um Spiele und Spielzeuge handelt, die heute, zwar etwas verändert, immer noch gespielt werden.
Georges Bizet: Der Kreisel „La Toupie
Der Kreisel ist eines der ältesten Spielzeuge überhaupt ein starrer Körper, der sich um eine Achse dreht. Zum Tanzen gebracht wird er durch das sogenannte Drehmoment: ein Andrehen mit den Fingern, mit einer Schnur, einer kleiner Peitsche oder einem Aufzieher.
Im Spielzeuggeschäft findet der nostalgisch gestimmte Erwachsene Holzkreisel in allen Größen und Farben. Kinder interessieren sich eher für Beyblades, die zurzeit gerade ihre dritte oder vierte Renaissance erleben (Abb. 2 ). Die „Kampfkreisel, vor 20 Jahren zunächst nur als Merchandising-Produkt zur gleichnamigen Manga-Serie auf den Markt geworfen, begeistern vor allem Jungen im Grundschulalter.
Physikalisch gesehen sind das ausgefuchste Maschinchen, die in einzelnen Komponenten durch neue Teile regelrecht „getunt werden können.
Bizets Zyklus „Jeux denfants
Kreisel von früher und Kreisel von heute das ist der lebensweltliche Ansatz, um noch ganz junge Hörer für den „Kreisel von Georges Bizet zu interessieren.
Bizet komponierte als junger Vater 1871 seine zwölf vierhändigen Klavierstücke „Jeux denfants (Kinderspiele). Einige dieser zwölf Stücke sind eher Charakterstücke, die eine bestimmte Stimmung wiedergeben möchten (z.B. „Die Schaukel oder „Bäumchen, wechsle dich), andere sind ganz deutlich programmatisch angelegt und geben einen Bewegungsverlauf wieder, so auch das zweite Stück aus diesem Klavierzyklus, „Der Kreisel: Wir hören deutlich, wie der Kreisel aufgezogen wird, wie er schnell und geradlinig tanzt, dann unstet wird, schwankt und schließlich fällt. Dreimal wird der Kreisel aufgezogen, doch beim dritten Mal hat dann wohl irgendetwas gar nicht geklappt, und er fällt fast sofort wieder um.
Der programmatische Ablauf Aufziehen Tanzen Schwanken Fallen ist auch für Kinder im ersten Schuljahr schon gut zu erkennen.
Vor dem Musikhören
Vor dem Musikhören steht die Beobachtung von Kreiseln. Kinder können welche von zu Hause mitbringen: Holzkreisel, vielleicht auch Brummkreisel und natürlich auch Beyblades.
Alle werden vorgestellt und vorgeführt und die Gemeinsamkeit wird erkannt: Sie müssen durch eine Kraft von außen zum Drehen gebracht werden. Sie tanzen erst schnell und werden dann mit der Zeit langsamer, beginnen zu torkeln und zu schwanken und fallen irgendwann um.
Die Lehrkraft führt nun „ihren mitgebrachten Kreisel vor, am besten einen großen Schnurkreisel aus Holz. Seine Bewegungen werden beobachtet, und wir fassen zusammen: Der Kreisel wird aufgezogen der Kreisel tanzt der Kreisel wackelt – der Kreisel fällt um.
Begleitungen zur Kreiselbewegung
Synchron zu den Bewegungen des Kreisels in der Mitte des Stuhlkreises erfinden die Kinder nun verschiedenen Möglichkeiten, um dieses Bewegungsmuster zu begleiten:
  • Sie erfinden vier unterschiedliche Bewegungen dazu.
  • Sie erfinden vier unterschiedliche Bodypercussion-Aktionen.
  • Sie legen vier verschiedene Instrumente...

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