3. – 6. Schuljahr

Frieder Bleyl | Gaby Grest

„Yoisho!

Ein energiegeladenes Taiko-Trommelstück

„Yoisho! (Auf gehts!) hallt es durch den Musikraum. Trommelstöcke werden steil nach oben gestreckt und sausen auf Trommelfelle und Plastikeimer herunter wie beim japanischen Taiko-Trommeln. Hochkonzentriert stehen die Schülerinnen und Schüler hinter ihren Instrumenten der Spaß und die Spannung sind greifbar.

Taiko (gesprochen: Daiko), die japanische Trommelkunst, ist eine Mischung aus drei Elementen:
  • trommeln gespielt wird mit Stöcken auf hochkant und waagerecht stehende Trommeln,
  • rufen kurze Ausrufe setzen Akzente, kontrastieren und befeuern den Trommelrhythmus,
  • gemeinsam bewegen die Trommelbewegungen sind genau festgelegt und werden von der Gruppe unisono ausgeführt.
Taiko, in dieser Form seit 1950 in Japan entwickelt, wirkt in diesem Zusammenspiel einmalig, es entwickelt einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann. Das ist gemeinschaftsstiftend für alle Mitspielenden und beeindruckend für das Publikum. Taiko spielen ist gut für die Grundschule geeignet, weil es nicht auf die Komplexität der Rhythmen ankommt (oft wird nur zweistimmig gespielt), sondern auf die gemeinschaftliche Ausführung (s. Abb. 1 ).
Instrumente beim Taiko
Es kommen zwei Arten von Trommeln zum Einsatz, die beide mit Stöcken gespielt werden:
Die Shime Daiko ist wenigen Spielern und Spielerinnen vorbehalten. Sie ist hoch gestimmt und gibt das Tempo des Stücks an. Dafür eignen sich mit Sticks gespielte hoch gestimmte Congas sowie Snare-Trommeln (mit entspanntem Teppich) aus dem Drumset.
Die Miya Daiko, eine fassähnliche Trommel, ist das Hauptinstrument des Ensembles. Sie steht meist senkrecht auf dem Boden bzw. auf einem kleinen Ständer. Es eignen sich Standtoms und Hängetoms vom Schlagzeug, Orff-Pauken, tiefe Congas, umgedrehte Plastikeimer, Mörtelkübel oder Kunststofffässer. Empfindliche Felle sollten mit einem Stoffrest überzogen werden, den man mit einer Schnur oder einem Expander fixieren kann (s. Abb. 2 ). So ist das Fell geschützt, und die Trommel klingt insgesamt tiefer und dumpfer. An großen Trommeln können auch zwei Schülerinnen bzw. Schüler gleichzeitig spielen.
Shime Daiko und Miya Daiko werden mit Stöcken, den sogenannten Bachi (gesprochen Batschi), gespielt. Man kann sie leicht aus Rundhölzern selbst herstellen (Länge für Kinder ca. 36cm, Durchmesser ca. 18 mm; s. Abb. 3 ). Eine Alternative sind Drumsticks, die mit dem dicken Ende nach vorn gehalten und gespielt werden.
Ergänzend kommen kleine Becken (im Original: Chappa) zum Einsatz.
Das Arrangement
Unser Arrangement (M1 ) baut auf den beim Taiko beliebten Grundrhythmus Mitsu-uchi auf: „Don Doko Don Doko wird fortlaufend von der hohen Trommel (Shime Daiko) gespielt. Die Becken (Chappa) begleiten dies mit ihrem Begleitrhythmus. Dazu werden die geschlossenen Becken erst auseinandergerieben („wisch langer Ton) und dann aufeinander geschlagen, also wieder geschlossen („zu kurzer Ton). Im Gegensatz zur gängigen Spieltechnik bleiben die Becken bis zum nächsten Wischen geschlossen.
Intro
Im Intro spielen alle an den Trommeln (Chappa pausiert) dreimal den Rhythmus „Don Doko und rufen dann „Yoisho! Das Aufhören nach dem letzten „Doko muss gut im langsamen Tempo geübt werden, z.B., indem alle die Stöcke nach dem letzten „-ko anheben und dann gemeinsam rufen.
Melodie 1
Nach dem Intro spielen alle großen Trommeln (Miya Daiko) den ersten Rhythmus (Melodie 1 genannt), in dem die Arme nach oben geführt werden (s. Abb. 4 ). Die Becken (Chappa) spielen dazu ihr Begleitpattern.
Der Rhythmus ist leicht zu erlernen, weil nur auf Vierteln gespielt wird und die Struktur der Verdichtung nach einem regelmäßigen Prinzip erfolgt, das schnell verinnerlicht werden kann:
  • Takte 1– 4: alle zwei Takte auf die 1 spielen
  • Takte 5 – 6: jeden Takt auf die 1 spielen
  • Takt 7: auf die 1 und die 3 spielen
  • Takt 8: auf die 1, die 2, die 3 und die 4 spielen
Die rhythmische Einfachheit...

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