1. – 13. Schuljahr

Christoph Lubrich

Funkmikrofonie und Headsets

Mit gutem Sound auf einer Wellenlänge

Headsets und Funkmikrofone sind tolle Geräte. Aber wie setzt man sie ganz einfach im Unterricht oder in der Schulaufführung ein? Der Beitrag bietet Hintergrundwissen und gibt wertvolle Tipps, auch um Störungen zu vermeiden.

Beim Einsatz von Headsets und Funkmikrofonen muss niemand nervige Kabel ziehen und alle Agierenden haben die volle Bewegungsfreiheit. Lavaliermikrofone können sogar in eine Maske eingeschminkt werden, sodass sie fast unsichtbar werden. Vom Musikraum über Fitness-Studios bis zu großen Musicalproduktionen – Funkmikrofonie findet man mittlerweile überall. Es gibt jedoch ein paar Dinge, die man zur problemlosen Nutzung wissen sollte.
Die Basics
Die zugrundeliegende Technik ist einfach erklärt. Auf der Senderseite gibt es eine Mikrofonkapsel, die mit einem Funksender verbunden ist. Beim normalen Funkmikrofon befindet sich dieser im Griff, bei Headsets in einem kleinen Taschensender. Diese sendet elektromagnetische Wellen einer ganz bestimmten Wellenlänge an einen Empfänger, der neben der Bühne oder beim Mischpult stehen kann.
Um einen stabilen Betrieb zu gewährleisten, hat der Empfänger zwei Antennen zum Empfang des Signals. Das Gerät schaltet automatisch auf die Antenne mit dem besten Empfang, ohne dass akustische Aussetzer zu hören sind. Das nennt man True Diversity. Umgekehrt kann man mit den entsprechenden Geräten auch Signale vom Mischpult an einen Empfänger senden, zum Beispiel beim InEar-Monitoring.
Digitale Divi was?
Bei der Auswahl der Frequenzen wird es ein klein wenig komplexer. Zunächst hat jede Funkstrecke in Bezug auf die zur Verfügung stehende Bandbreite technische Grenzen. Einige HighEnd-Geräte können ein weites Frequenzspektrum abdecken, die meisten sind jedoch auf ein Frequenzband beschränkt. Alle Frequenzen müssen beim Einsatz mehrerer Funkstrecken so aufeinander abgestimmt werden, dass sie sich nicht gegenseitig stören oder überlagern.
Funkfrequenzen ein Exkurs
Am wichtigsten ist jedoch, dass viele Frequenzen für Funkmikrofone nicht mehr störungsfrei funktionieren. Hierzu ein kleiner Exkurs: Die Nutzung von Funkfrequenzen wird durch die Bundesnetzagentur geregelt, die sich neben der Telekommunikation auch um die Strom- und Gasnetze sowie die Post kümmert. Die für Funkmikrofone zugrundeliegende Regel steht in der Verwaltungsvorschrift für Frequenzzuteilungen im nichtöffentlichen mobilen Landfunk, kurz VvnömL. Diese hat sich allerdings in den letzten zehn Jahren stark geändert.
Durch die Digitalisierung des Rundfunks sowie die Umstellung von analogem terrestrischem Fernsehen auf DVB-T wurden bis zu 90% der zuvor genutzten Frequenzen frei.
Und was macht man mit all diesen freien Frequenzen? Vielleicht möchte sie jemand kaufen, sagte der damalige Finanzminister, Wolfgang Schäuble, und so wurde der Bereich von 790862 MHz unter dem Begriff Digitale Dividende meistbietend unter den Hammer gebracht. Erfolgreiche Bieter waren damals die Firmen Vodafone, O2 und die Telekom, die in diesem Bereich seit 2015 den Mobilfunkstandard LTE anbieten.
Dass in diesem Frequenzbereich auch Funkmikrofone senden und empfangen, hatte man offenbar übersehen und so mussten viele Technikfirmen, Theater und Schulen ihre Mikrofonie aufwändig umrüsten oder neue Geräte anschaffen.
Doch damit nicht genug, im Februar 2012 wurde im Rahmen der Digitalen Dividende II auch noch der Bereich von 694 – 790 Mhz verkauft, was ein doppeltes Ärgernis war für all jene, die sich in diesem Frequenzbereich gerade für viel Geld neue Geräte angeschafft hatten. Dieser Bereich wird jedoch noch bis 2026 nutzbar sein.
Was bedeutet das für mich?
Erstens: Funkmikrofone, die in den oben genannten Frequenzbereichen liegen, werden nicht mehr zuverlässig funktionieren und müssen ersetzt werden. Die einstellbaren Frequenzen sind immer auf den Geräten oder der dazugehörigen Bedienungsanleitung angegeben.
Zweitens:...

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