1. – 2. Schuljahr

Birgit Jeschonneck

Bunte Blätter tanzen

Bewegung, Klang und Sprachanbahnung mit Herbstmaterial

Im Herbst liegt das Material für den Musikunterricht für uns auf dem Boden: Blätter, trockenes Laub, Kastanien, Eicheln, Nüsse, Äste und trockene Gräser können gesammelt werden. Wir können sie zu Herbstmandalas anordnen, ihre Klangeigenschaften untersuchen und den zarten Klängen nachlauschen. Im Musikunterricht liegt der Schwerpunkt auf Bewegung, pentatonisches Instrumentalspiel und Sprache.

An einem windigen, aber trockenen Tag kann man sich auf dem Schulhof unter einen Baum stellen, der gerade „wirft: Jedes Kind sucht mit seinen Augen ein bestimmtes fallendes Blatt und versucht, sein Hinabgleiten mit den Augen zu verfolgen und gleichzeitig ganz zart auf einem Klangbaustein mitzuspielen. Ist das Blatt auf dem Boden angekommen, hört das Kind zu spielen auf. Die fallenden Blätter sind so die „Dirigenten des Instrumentalspiels. Dann stellen wir dieses Naturschauspiel selber szenisch-musikalisch im Musikraum nach: Fünf Kinder stellen sich Rücken an Rücken zu einem engen Kreis auf. Sie bilden so gemeinsam einen Baumstamm. In jeder Hand halten sie ein Blatt der Baum hat also zehn Äste mit zehn Blättern. Um den Baum herum sitzen die anderen Kinder der Klasse. Jedes Kind spielt einen pentatonischen Klangbaustein, also einen Klangbaustein der Tonhöhen C, D, E, G oder A.
Bevor das Klangspiel beginnt, sucht sich jedes Musikerkind mit den Augen eines der Blätter aus und fixiert es. Auf ein gemeinsames Zeichen hin, beginnen die Kinder leise mit ihrem Klangbaustein zu spielen, während die Baumkinder nun langsam, langsam ihre „Äste bewegen und ihre Blätter sehr langsam durch die Luft Richtung Erde gleiten lassen. Sie bewegen dazu zunächst nur ihre Arme, lassen sich dann langsam in die Knie sinken und legen schließlich ihre Blätter auf den Boden. Die Musikerkinder spielen leise das Herabfallen „ihres Blattes mit und hören mit dem Spiel auf, sobald das Blatt den Boden berührt.
Ein Herbstgedicht mit Instrumenten begleiten
Hierfür benötigen Sie pentatonische Klangbausteine, Windschläuche (oder Handtrommeln) und Herbstlaub. Zunächst wird mit den Kindern die erste Strophe des Herbstgedichtes durch Vor- und Nachsprechen geübt. Das Wort „besät muss erklärt werden.
Instrumente werden in den Kreis gelegt: Die pentatonischen Klangbausteine, einen Windschlauch, einen Korb oder eine Schüssel mit Herbstlaub. Wenn die Kinder das Gedicht schon etwas auswendig sprechen können, werden jetzt Instrumente hinzugenommen, um den Text klanglich zu untermalen. Wieder kommen hier die pentatonischen Klangbausteine zum Einsatz, also die Tonhöhen C, D, E, G, A.
Diese stellen das leise Fallen der Blätter dar und werden immer zu den ersten beiden Zeilen jeder Strophe gespielt.
Die Lehrkraft spricht langsam und ausdrucksvoll die ersten zwei Zeilen des Gedichtes (siehe Abb. 1 ). Dazu spielen die Kinder sehr leise mit ihren Klangbausteinen. Die Kinder sollen sich mit geschlossenen Augen vorstellen, wie ein Blatt vom Baum fällt und so leise spielen, wie sie es nur können und dann selber irgendwann aufhören. Wenn es wieder leise geworden ist, werden von der Lehrerin die nächsten beiden Zeilen gesprochen.
Welcher der beiden weitere Klangerzeuger in der Kreismitte passt zum Rascheln auf dem Gehweg? Welcher zum Wind? Die erste Strophe wird wiederholt. In den ersten beiden Zeilen spielen die Klangbausteine mit, in den Zeilen 3 und 4 untermalt ein Kind mit dem Herbstlaub den Vortrag der Lehrerin.
Genauso wird auch die zweite Strophe erarbeitet. Bei den Zeilen 3 und 4 ertönt jetzt der Windschlauch (oder es werden die Felle von Handtrommeln mit der Handfläche gestrichen).
Auch in der dritten Strophe erklingen die Klangbausteine bei den Zeilen 1 und 2. Nun folgt aber eine kleine sprachliche Arbeit. Nach der Frage: „Sage mir: Wo sind sie nun?
Wenn sie auf dem Boden ruhn? spielt die Lehrkraft (und bei den weiteren Wiederholungen dann ein Kind)...

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