Aufwärmen und Wahrnehmung aktivierenWarm-Ups im Musikunterricht

Warm-ups kommen ursprünglich aus dem Sportbereich. Mit dem gleichen Selbstverständnis wie im Sport macht es auch im Musikunterricht Sinn, sich mit den Kindern in ritualisierter Form zunächst aufzuwärmen, sich aufeinander einzustimmen und die Aufmerksamkeit auf das musikalische Vorhaben zu fokussieren. Der Weg geht dabei vom Körper zum Instrument und vom rhythmisch Freien zum metrisch Gebundenen. Mit diesen Warm-Ups können Sie direkt in den nächsten Musikstunden auf der Ebene ohne Metrum am Körper einsteigen.

Rhythmus

Warming-up im Klassenraum © rkl_foto/stock.adobe.com

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Grundsätzlich wird am Körper begonnen, um die Wahrnehmung zu aktivieren und Rhythmen körpernah vorzubereiten – und damit auch die Ohren zu schonen. Der Übertrag auf die Instrumente gelingt dann leichter, weil die Rhythmen vorab am Körper erspürt und gespielt worden sind.

Die Sammlung ist als Ideenfundus gedacht, aus dem je nach Zeitrahmen, Gruppendynamik, Tagesform und dem zu erarbeitenden Arrangement passende Übungen ausgewählt werden können.

Den Körper wecken, spüren und aktivieren 

Wachklopfen: Der Körper wird über die Füße, die Beininnenseiten, den Bauch, die Brust (Es darf getönt werden!), den Kopf (vorsichtig mit den Fingerspitzen), den Nacken, den Rücken, den Po, die Beinaußenseiten und die Füße wachgeklopft. Die Übung wird dreimal wiederholt und endet nach jedem Durchgang mit einem hörbaren Ausatmen.

Massagen: Alle stehen im Kreis mit Blick nach innen und machen eine Vierteldrehung nach rechts. Es hat sich bewährt, danach einen Seitschritt in Richtung Kreismitte zu gehen. Dann ist der Rücken des/der vor einem Stehenden gut erreichbar und kann massiert, abgeklopft und ausgestrichen werden. Je nach Alter empfiehlt es sich, mit Bildern zu arbeiten: einen Pizzateig kneten, ausrollen und belegen oder ein Kunstwerk auf dem Rücken malen. Je nach Gruppensituation können die Massagen auch in Partnerarbeit durchgeführt werden. Unverbindlicher ist das Abklopfen im Kreis oder in der Gruppe.

Autowaschanlage: Die Schülerinnen und Schüler stehen sich in zwei Reihen gegenüber und bilden eine „Waschstraße“, durch die ein bis zwei Personen langsam hindurchgehen. Je nach Position übernehmen die in den Reihen Stehenden die verschiedenen Waschgänge: Vorspülen, Einschäumen, Bürsten, Schrubben, Klarspülen, Trockenföhnen, auf Hochglanz ­polieren. Die Übung wird so lange wiederholt, bis alle Gruppenmitglieder einmal durch die Waschstraße gegangen sind. Blubber-, Schrubb-, Fön- und Sprühgeräusche mit der Stimme können unterstützend mit hinzugenommen werden.

Körperteile ausschütteln: Die Schultern, die Arme, die Hände, die Finger, die Beine, die Füße und der ganze Körper werden ausgeschüttelt. Motivierend wirkt das Bild vom Schmetterling, der in die rechte Hand flattert – diese beginnt zu „flattern“ – und von dort seine Reise durch den Körper fortsetzt. Am Ende fliegt er fort und der Körper ist von innen aktiviert.

Überkreuzbewegungen nach verschiedenen Mustern: Die beiden
Gehirnhälften arbeiten zusammen

  • Den rechten Arm über den Kopf legen und das linke Ohr berühren und umgekehrt mit dem rechten Ellenbogen das linke Knie berühren und umgekehrt.
  • In die Hände klatschen, mit dem rechten Ellenbogen das linke Knie berühren, in die Hände klatschen, mit dem linken Ellenbogen das rechte Knie berühren.
  • Mit der rechten Hand den linken Fuß berühren und umgekehrt, diese Übung kann auch mit ­einem Zwischenklatscher durchgeführt werden.
  • In die Hände klatschen, mit der rechten Hand auf den linken Unterarm patschen, in die Hände klatschen, mit der linken Hand auf den rechten Unterarm patschen.
  • Das Klatschen in die Hände beibehalten und die Körperteile systematisch von oben nach unten durchklopfen (Arme, Schultern, Nacken, Kopf, Rumpf, Hüften, Beine, Knie, Füße), langsam anfangen und allmählich schneller werden, zum Schluss mit einem Wirbel über die Beine und den Rumpf nach oben gehen und die Hände mit einem Juchzer in die Luft werfen

Die Außenwahrnehmung aktivieren - Den Raum und
die Mitschülerinnen und Mitschüler wahrnehmen

Marktplatzspiel: durch den Raum gehen

  • in unterschiedlichen Tempi (schnell, langsam, noch schneller, noch langsamer),
  • mit unterschiedlichen Gefühlen (müde, erwartungsvoll, glücklich, traurig, ängstlich)
  • mit unterschiedlichen Raumwegen (vorwärts, rückwärts, seitwärts, diagonal, im Kreis, von Wand zu Wand)
  • allein oder zu zweit gehen
  • allein gehen, aber jemanden „heimlich“ verfolgen, wenn das bemerkt wird, sich schnell ­abwenden und allein weitergehen
  • jedem einmal zugenickt haben
  • auf ein Stoppzeichen
  • möglichst viele Hände schütteln
  • einander auf die Schultern klopfen, sich mit den Knien, mit den Füßen (Schuhen) begrüßen
  • sich zu zweit, zu dritt, zu viert usw. finden

Darauf aufbauend können Sie mit Warm-ups ohne Metrum am Instrument, mit Warm-ups mit Metrum am Körper und am Instrument fortfahren. Die klangliche Wirkung ist beeindruckend, wenn Metrum und Instrumente hinzukommen. Mehr praktische Übungen und Anleitungen bis zu Arrangements finden Sie in der Publikation „Der große Trommelwirbel“.

Mehr zum Thema:

http://www.dergrossetrommelwirbel.de/

www.friedrich-verlag.de/shop/der-grosse-trommelwirbel

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