Ergebnisse der KIM-Studie 2018Musik? So alltagspräsent wie eh und je – sagt die KIM-Studie 2018

Kürzlich veröffentlichte der mpfs (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest) die Ergebnisse seiner KIM-Studie (Kindheit, Internet, Medien) von 2018. Die Untersuchung hat Tradition: Seit inzwischen zwanzig Jahren werden regelmäßig 6- bis 13-Jährige und deren Erziehungsberechtigte auf den Medienumgang der Kinder hin befragt. Auch Musikpädagogen kann KIM etwas bieten, denn der Stellenwert von Musik kommt direkt wie indirekt zur Sprache.

KIM-Studie 2018

© Janina Lux

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Musik hält mit vielen Themen mit

Ein großes Kapitel der KIM-Studie widmet sich allgemeinen Interessen. In diesem Zusammenhang ist Musik eines von siebzehn Themen verschiedener Lebensbereiche, die die Kinder als ein wenig oder sehr interessant auswählen konnten. Die Liste wird von „Freunde/Freundschaft“ angeführt und es folgen  „Sport“, „Handy/Smartphone“, „Internet/Computer/Laptop“ und „Schule“ noch vor „Musik“, die dann bereits an sechster Stelle landet. Dabei bezeugen 24% der Kinder (fast doppelt so viele Mädchen wie Jungen) ein besonders stark ausgeprägtes Interesse an Musik. Die Bedeutung nimmt mit steigendem Alter zu.
Das gute Zeugnis für Musik gefällt!? Durch die Frage, wie häufig unterschiedlichen Freizeitbeschäftigungen nachgegangen werde, zeigt sich allerdings auch, dass vor allem ein Hören von Musik gemeint ist. Im Vergleich von 29 Aktivitäten landet „Musik hören“ auf dem siebten, „Musizieren“ lediglich auf dem 26. Platz dessen, was Kinder von einmal in der Woche bis hin zu täglich tun. Gerade einmal jedes fünfte Kind musiziert demnach zumindest gelegentlich – dass sie regelmäßig lesen würden, sagt dagegen etwa die Hälfte von sich, sieben von zehn machen mindestens einmal in der Woche Sport und tägliches Fernsehen bestätigen 74%.

Morgens – Mittags – Abends

KIM kann vor allem nachweisen, dass Musik im Alltag der Kinder ein steter Begleiter ist. Ein Drittel der Befragten gibt an, jeden Tag aktiv zu hören, Dreiviertel mehrmals in der Woche. Besonders am Morgen gehören Musik sowie das Radio offenbar für viele zum Start in den Tag. Während Fernsehen sogar bei den Jüngsten oft nicht begleitet wird, ist Radiohören in der Regel mit Familienzeit verknüpft. So sagen einige, dass während des Mittagessens Musik gehört wird. Manche Kinder machen anschließend Hausaufgaben bei Justin Bieber oder Mark Forster (meistgenannte Lieblingskünstler). So ist Musik für 6- bis 13-Jährige extrem präsent, auch wenn sie sich überwiegend am Rande abspielt (im wahrsten Sinne des Wortes).

Neue Wege

Das Rezeptionsverhalten hat sich seit 1999 wenig geändert?  Ja – im Grundsatz erstaunlich wenig, denn beinahe identisch viele gaben damals und geben heute an, täglich Musik zu hören. Doch – die Zeit, in denen Kinder zur Kassette greifen, ist vorbei. Neben CD und Radio explodiert der Online-Markt und es wächst eine Generation heran, für die der dortige Konsum Normalität ist. 2018 bestätigen nicht mehr 10% (1999), sondern 98% der Familien einen Zugang zum Internet. Nach Schätzungen der Erzieher verbringen bereits 6- und 7-Jährige im Schnitt eine Viertelstunde am Tag im Internet, 12- und 13-Jährige fast anderthalb Stunden. Die Zeit wird mit steigendem Alter auch genutzt, um über Youtube und ähnliche Kanäle Musik(videos) zu suchen und zu rezipieren.

Durch die umfassenden Möglichkeiten „neuer“ digitaler Formate werden demnach Smartphone und andere Geräte – trotz extremer Beliebtheit als „Freizeitbeschäftigung“ – nicht zur Konkurrenz, sondern integrieren die Hinwendung zur Musik. Dieser positive Befund steht für Musiklehrerinnen und -lehrer immerhin neben der Sorge um das rare Wesen derjenigen, die sich aktiv an eigener Musik versuchen.

Link- und Literaturtipps:

Kim Studie 2018

Norbert Neuß: Kinder & Medien. Was Erwachsene wissen sollten.

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