Entstehung der NotenschriftDen Unterricht zur Tonleiter und zur Notenschrift spannend gestalten

Immer wieder fragen die Schülerinnen und Schüler, wenn die Themen „Die C Dur Tonleiter“, „Notenschrift“ oder in der Arbeit mit Übungen zu Liedern oder Notenbeispielen anstehen: Waren die Noten immer schon da? Wie sah die Notenschrift früher aus? Das führte mich dazu, meinen Musikklassen einen kleinen Einblick in die Geschichte der Notenschrift mithilfe eines kurzen Films zu geben.

Der Mönch möchte seinen Musiklehrer von den Vorteilen einer Notenschrift überzeugen

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„Musik vergeht, sofern sie nicht vom Gedächtnis festgehalten wird, denn aufschreiben kann man sie nicht.“ (Bischof Isidor v. Sevilla)

Der Einstieg wird mit diesem Zitat gestaltet, das als Folie oder Tafelanschrieb (ohne Lebensdaten) präsentiert wird. In einem anschließendem Unterrichtsgespräch über den Wahrheitsgehalt dieses Satzes wurden bisher immer beide Seiten beleuchtet: Es gibt Kinder mit Instrumentalunterricht, die ganz schnell sagen werden, dass Musik sehr wohl aufgeschrieben werden kann. Demgegenüber werden sich andere Kinder dazu äußern, dass sie dem Autor des Zitates absolut zustimmen. Jeder wird seinen Standpunkt auch begründen. Die Diskussion soll an dieser Stelle unbedingt von beiden Seiten geführt werden. Erst im Anschluss an dieses Gespräch werden die Lebensdaten des Bischofs (im Jahr 560 – 626 n. Ch.) an der Tafel dazu geschrieben. Damit wird verdeutlicht, dass zum Zeitpunkt des Zitates der Inhalt völlig richtig war. Heute wissen wir aber, dass man Musik zum Beispiel durch Notation konservieren kann. Liederbücher, Klaviernoten bzw. andere Notationsformen werden präsentiert. Natürlich helfen heute auch Aufnahmemöglichkeiten von Musik mit digitalen Aufnahmegeräten.

Historische Dokumente belegen die Entwicklung

Bevor der Film in den Mittelpunkt des Unterrichts rückt, können Bilder aus dem Film im Sitzkreis präsentiert werden. Sie werden den Kindern nicht in der richtigen Reihenfolge zur Verfügung gestellt. Sie bieten Gesprächsanlass, um darüber zu diskutieren, wie die Entwicklung der Notenschrift wohl verlaufen sein könnte.

Zum Film „Die Entstehung der Notenschrift“

Nun kann der Film „Über die Entstehung der Notenschrift“ zum Einsatz kommen, um mögliche Diskussionsergebnisse aus dem Sitzkreis, Plenum oder aus der Gruppenarbeit zur Geschichte der Notenschrift zu belegen bzw. zu widerlegen. Da der Film nicht nur sachliche Informationen vermittelt, sondern auch sehr humorvoll gestaltet ist, wird er die Kinder zusätzlich ansprechen. Außerdem ist er mit seiner Dauer von knapp acht Minuten ein übersichtlicher und besonders anschaulicher Einstieg in die Thematik. Auf komplizierte Musiktheorie wurde mit Blick auf die Zielgruppe bei der Filmproduktion bewusst verzichtet.

Ein möglicher Arbeitsauftrag für das erste Anschauen könnte also sein:

  • Schaut euch nun den Film zur Entstehung der Notenschrift an.
  • Überprüft, ob unser Sortierergebnis mit dem des Films übereinstimmt.

Beim zweiten Anschauen kann nun auf die inhaltlich-fachliche Ebene des Films abgehoben und an beliebigen Stellen gestoppt werden. Die Kinder können Fragen an die Lehrkraft stellen oder auch Fragen der Lehrkraft zum Filminhalt beantworten, z.B.:

  • Wie wurde vor der Notation ein Lied weitergegeben?
  • Wann wurden Neumen über den Liedtext geschrieben?
  • Was sind Neumen?
  • Wer war Guido von Arezzo und was hat er mit der Notenschrift zu tun?

Storyboard zum Film

Szene 1

Die Erzählerin des Films „spielt“ Mozart am Klavier, dann nimmt sie die Finger von den Tasten und wendet sich der Kamera zu. Die Musik läuft weiter. Sie merkt es zunächst nicht. Sie beschreibt kurz einige Punkte, die auf dem Notenblatt vor ihr zu sehen sind: Allegretto, 2/4-Takt, Violin- und Bassschlüssel. Dann bemerkt sie, dass Musik noch läuft und sie „ertappt“ ist, weil sie nicht selbst gespielt hat, sondern die Musik vom Band lief. Macht Musik schnell aus und lächelt verlegen in die Kamera. 

Szene 2

Kinderband bei der Probe. Alle spielen ohne Noten. Keiner weiß, was er spielen soll. Projektleiter erklärt jedem, was er wo drücken und zupfen muss. Schließlich spielt die Band. Danach sagt der Leiter: So nun alle nochmal! Ein Kind reagiert: Und was spiel ich da? Alle stöhnen: ohhh …

Überleitung

Erzählerin: So ging es vor über 1000 Jahren schon den Mönchen in Europa. Es folgt die Erklärung, dass es noch keine Notenschrift gab, sondern alle Gesänge mündlich überliefert werden mussten. Das war sehr mühsam. Im Hintergrund sieht man bereits zwei Mönche üben.


    Mittelalter und Renaissance

    Weitere Unterrichtsdeen mit musikalischen Beispielen finden Sie in unserem Heft.

     


     

    Szene 3

    Mönch 1 singt den Johannes-Hymnus, Mönch 2 soll ihn nachsingen, schafft es aber nicht. Mönch 1 schimpft mit großen Gesten. Das bringt Mönch 2 auf eine Idee. Er lässt Mönch 1 nochmal dirigieren. Dann läuft er in seine Kamme und „entwickelt“ die Neumen. Hierbei wird Bild 1 eingeblendet. Dann zeigt er die Erfindung dem Lehrer, der sie nicht sinnvoll findet.

    Überleitung

    Erzählerin erklärt, dass es etwa so gewesen sein könnte. Sicher ist, dass um 850 herum die Neumen benutzt werden. Erklärung Neumen = Winken. Die Erzählerin geht dann über zu Guido von Arezzo. Gezeigt wird ein Guido von Arezzo, der eifrig überlegt und schreibt. Erzählerin erklärt, dass zwischenzeitlich schon zwei Linien zu den Neumen hinzugefügt wurden, damit die Mönche wissen, auf welchem Ton sie anfangen sollen zu singen. Guido fügte zwei weitere Linien hinzu und entwarf damit eine Notenschrift, die der heutigen schon ziemlich nahe

    Szene 4

    Die Erzählerin sitzt wieder am Klavier. Sie findet abschließende Worte, dass mit dieser Notenschrift nun Mozart, aber auch moderne Rock- und Popstücke nachgespielt werden können.

    Ideen zur Weiterarbeit: C Dur Tonleiter Übungen, Notenschlüssel und andere Notationen

    • Selbst Notenschlüssel und Noten auf Notenpapier oder im Notenheft schreiben üben
    • Aufbau der Notenzeile in den Fokus setzen (fünf Notenlinien, vier Zwischenräume, Hilfslinien)
    • Die C Dur Tonleiter lernen
    • Vergleich verschiedener Notationen: traditionelle Notation, Schlagzeugnotation, Grifftabellen, grafische Notationen

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