Wie hören Kinder und Jugendliche Musik?Acht verschiedene Hörweisen von Musik – welche passt zu Ihnen?

Musikhören bedeutet für die meisten Kinder, wenn sie in die Schule kommen, Kinderlieder und Hits aus dem Radio oder über Youtube zu hören, sich dabei zu entspannen, diese mitzusingen oder sich dazu zu bewegen. Musikhören ist etwas sehr Aktives. Es spricht direkt die Gefühlswelt an und der Klang der Musik wird beim Hören von jedem (un)bewusst mit einer persönlichen Bedeutung verknüpft. Wie hören Kinder Musik?

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Wenn man davon ausgeht, dass Musik eine eigenständige Sprache ist, nämlich eine Klangsprache, entwickeln sich bei den Kindern verschiedene Kenntnisse und Fähigkeiten bereits beim unbewussten Hören. Denn beim Musikhören verbindet jeder ein besonderes Gefühl mit dem Gehörten, was eine elementare musikalische Fähigkeit ist. Viele Kinder horchen zunächst der Musik, ohne sich dabei zu bewegen. Dabei sind sie aber keineswegs passiv, sondern sie nutzen aktiv die Musik zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse, sei es für eine Ablenkung, um sich zu entspannen, für eine Aufheiterung oder um eine traurige Stimmung zu vertreiben. 

Untersuchung zur Psychologie jugendlichen Musikgeschmacks

In den 1980er-Jahren wurde eine größere Studie von Klaus-Ernst Behne durchgeführt und über 1200 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 bis 13 zu ihrem Musikgeschmack befragt. In dieser Untersuchung sind dabei acht verschiedene Hörweisen oder auch Hörtypologien herausgekommen, die sich auch bei Erwachsenen unterscheiden lassen.

Acht Hörweisen

„Überlegen Sie beim Lesen selbst, wie Sie Musikhören. Passt eine der Hörweisen zu Ihnen?

  1. Möchten Sie sich beim Musikhören am liebsten bewegen? Summen und singen Sie dabei? Dann hören Sie motorisch. Diese Art von Hören war in der Untersuchung die verbreitetste.
  2. Nutzen Sie Musik, um eine angenehme Stimmung aus Ihrem Kopf zu vertreiben? Und sich auf andere Gedanken zu bringen? In diesem Fall hören Sie kompensatorisch. Das ist die Art von Hören, die am zweithäufigsten genannt wurde.
  3. An dritter Stelle stand das Bedürfnis, dass die Musik, die man hört, „unter die Haut“ geht. Hier kann es sein, dass man bestimmte körperliche Wirkungen spürt, etwa Veränderung des Herzschlages, Kribbeln auf der Haut oder im Magen. Es handelt sich hierbei um das vegetative Musikhören.
  4. Das diffuse Hören beschreibt das Musikhören im Hintergrund. Ob bei Schularbeiten oder im Kaufhaus: Musik wirkt nicht störend, man hört nur gern mit einem Ohr hin und macht dabei etwas ganz anderes. Kennen Sie diese Art des Musikhörens? Es stand in dieser Studie an vierter Stelle.
  5. Am nächst häufigsten kam das emotionale Musikhören vor. Die Hörer hören vor allem mit Gefühl. Sie finden Ihre Gefühle und Stimmungen in der Musik wieder und geben sich der Musik ganz hin.
  6. Ganz ähnlich und gefolgt wurde diese Art, Musik zu hören, von dem sentimentalen Hören. Hier werden bei bestimmten Musikstücken Erinnerungen mobilisiert und Träume geweckt. Die erste große Liebe, Jugenderlebnisse oder der Verlust eines Menschen sind häufig mit einzelnen Musikstücken verbunden, die diese Lebensphase und das dazugehörige Gefühl repräsentieren. Es kann sein, dass man am liebsten weinen möchte.
  7. Das assoziative Hören kam am seltensten vor. Kinder verstehen sich allerdings sehr gut darauf. Bei dieser Art von Hören kann es sein, dass eine ganze Geschichte zur Musik erfunden wird, als ob ein Film im Hörer abläuft.
  8. Nur wenige Hörer praktizierten das distanzierende Hören. Hierbei wird das Stück beim Hören analysiert, in seine Formteile zergliedert und seinen Stilelementen zugeordnet. Die Töne können als Noten im Kopf aufgeschrieben werden, und die Harmonien werden bewusst wahrgenommen.“ (Auszug aus: Bettina Küntzel: Kinder & Musik. Was Erwachsene wissen sollten. Klett/Kallmeyer 2010)

Mehr spannende Themen und Wissen über Kinder und Musik:

„Kinder und Musik – Was Erwachsene wissen sollten“

Mehr zum Thema:

https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6rtypologie

https://www.friedrich-verlag.de/shop/kinder-musik

 

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