Ein Musical für Selbstvertrauen – auf die Probe gestellt„Ich bin gespannt, wie viele Kinder sich beim nächsten Test die Nase putzen.“

Zehn Jahre nach den „Pantoffelpiraten“ hat sich unsere Redaktion wieder an ein Musical getraut: Im vergangenen Februar erschien mit „Löwenmutig und Tigerstark“ (Musik und Text: Kristina Gerdes) eine tierische Geschichte, die von Freundschaft und Zusammenhalt, von Ängstlichkeit und Selbstüberwindung handelt. Einige Lehrkräfte erprobten inzwischen das Stück und Lehrmaterial für uns mit ihren Klassen – wir danken für Erfahrungseindrücke und Einschätzungen, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.

Malen für das Musical

Lana und Tilly kommen bei Grundschülerinnen und Grundschülern gut an. © Maren Sauer

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Darum geht`s
Manchmal ist das Leben ganz schön verzwickt. Da ist auf der einen Seite das Löwenkind Lana, das sehr darunter leidet, dass es kein einziges Quäntchen Löwenmut besitzt. Und auf der anderen Seite ist das gleichaltrige Tigerkind Tilly mit jeder Menge Mut und Selbstbewusstsein, das genau weiß, dass Lanas Löwenmut irgendwo schlummert. Nur wo? Und gibt es vielleicht auch zu viel Selbstbewusstsein? Die Reise auf der Suche nach Lanas Löwenmut und Tillys Grenzen beginnt und die Freundinnen treffen auf verschiedene Tiergestalten, an deren Wesen und Lebenserfahrung sie wachsen; jede auf ihre Art.

Vielfältige Rollen sollen die Möglichkeit geben, Schülerinnen und Schülern über eine Auswahl von Identifikationsfiguren und Differenzierung der Schwierigkeitsgrade einzubinden. Neben dem Libretto, Notenmaterial und Original- sowie Playbackaufnahmen enthält das Musical-Paket ein CD-ROM-Angebot, das didaktisch-methodische Hinweise zur Probenarbeit und Inszenierung, einen Besetzungsplan, Bühnenregeln und ähnliches bietet. Für die Kinder können zusätzlich eigene Textbüchlein im DIN-A5 Format erworben werden. So stand es auch den Testerinnen zur Verfügung.


Thema und Lieder
Die Lehrerinnen bewerten die Handlung von „Löwenmutig und Tigerstark“ einstimmig ausgesprochen positiv. „Immer wieder waren kichernde Kinder zu hören. Die Methode der Angstüberwindung hat die Schülerinnen und Schüler sehr angesprochen. Ich bin gespannt, wie viele Kinder sich beim nächsten Test die Nase putzen.“ So die Lehrerin einer vierten Klasse. „Insbesondere die Verlagerung in die Tierwelt bietet den Kindern vielfältige Identifikationsmöglichkeiten.“
Doch nicht nur den Kindern habe es gefallen. Vor der Frage, wie Selbstbehauptung und unterstützendes Miteinander gelernt werden kann, stehen Grundschullehrkräfte täglich. Der musikalische Vermittlungsweg wird als Antwortalternative gerne angenommen. Die „Halt-Stopp-Regel“ kann im Rahmen der Proben ganz natürlich eingeführt und geübt werden.

Etwas kritischer stellt sich der Blick auf die Musik des Musicals dar. So hätte sich ein Teil der Testerinnen die Lieder stilistisch noch variantenreicher gewünscht. Gleichwohl werden Eingängigkeit und Ohrwurmcharakter gelobt.
Die Lehrerinnen brachten hier auch interessante Gestaltungsideen mit ein: „Gut kann ich mir vorstellen, mit den Kindern der ersten und zweiten Klasse bereits einzelne Lieder […] einzustudieren, z.B. ‚Das Richtige tun‘ oder ‚Löwenmut‘, [die] explizit die Persönlichkeitsstärkung und Selbstwahrnehmung fördern.“

Auch eine flexible Handhabung von Chor- und solistischen Liedanteilen erscheint sinnvoll, denn „einzeln zu singen fällt den Kindern doch oft sehr schwer, gerade vor einem größeren Publikum“ und wer das Musical als Zusatzangebot einstudiere, der habe es mit singbegeisterten Kindern zu tun, die enttäuscht seien, allzu häufig zuhören zu müssen. Lieber wollten sie aktiv mitsingen.


Zielgruppe
Eine geeignete Gruppe, die unsere Testerinnen imaginieren, lässt sich kaum an Klassenstufen festmachen. Ja, schon – Viertklässlern könnte die Geschichte bereits zu kindlich sein und Schulanfänger wären möglicherweise überfordert. Doch die Argumente zeigen: Individuelle Vorlieben, Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der Klassen scheinen entscheidend zu sein und altersübergreifende Gruppen werden – wo vorhanden – bevorzugt. Nun gehört es zum Wesen des Lehrerseins, dass Jede(r) seine eigenen Schülerinnen und Schüler am besten kennt. Verlassen Sie sich also auf Ihren Instinkt, um zu entscheiden, welcher Lerngruppe Sie die Herausforderung zutrauen.

An der Lehrkraft soll`s nicht liegen
In Bezug auf das begleitende Material wird positiv hervorgehoben: „Gerade Anfängerinnen und Anfänger bekommen viele Hinweise, Ideen und Vorschläge, die bei der Einstudierung des Musicals hilfreich sein können. Vor allem die Tipps zu Aufwärmphasen und zur Ritualisierung finde ich sehr ansprechend. Auch fachfremd Unterrichtende können sich gut an dem Material orientieren.“
Als unterschiedlich relevant werden die Schüler-Arbeitsbögen bewertet. Nur wenige Testerinnen würden sich lange an Malphasen aufhalten, doch die zur Verfügung stehenden „Beobachtungskarten Bühnenregeln“ werden sehr gern angenommen. Diese Karten, die die Kinder direkt in die Hand bekommen, geben einfache Hinweise darauf, was für eine Bühnenaufführung das Wichtigste ist und wie danach gefragt werden kann.


 


Die Beobachtungsaufgabe bindet alle ein, während nur einige schauspielerisch aktiv sein können. Zugleich üben die Schülerinnen und Schüler, Verhaltensgrundlagen zu reflektieren.

Fazit
Mit im Schnitt 9 von 10 „Punkten“ beehren die Lehrerinnen „Löwenmutig und Tigerstark“.
„Das Musical macht einen guten Eindruck und man bekommt Lust, es gleich auszuprobieren.“ Wir freuen uns über das positive Feedback, nehmen Verbesserungsvorschläge dankend an und wünschen viel Erfolg für eigene Erfahrungen mit Lana, Tilly und dem Rest der bunten Tierwelt!

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