Traditionelle WeihnachtsliederDrei Weihnachtslieder in neuem Glanz

Jedes Jahr vor Weihnachten steht wieder die Frage an, welche Weihnachtslieder man mit seiner Klasse singen möchte. Daran knüpft die Aufgabe, die oft altbekannten Lieder mit den Kindern stimmungsvoll zu interpretieren. Hier werden drei Weihnachtslieder für die Grundschule „entstaubt“. Sie sind auch musikalisch wegen der Verwendung unterschiedlicher Taktarten interessant.

In der Weihnachtszeit Lieder für die Grundschule auswählen

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Weihnachtslieder in der Grundschule singen

Aus der Fülle schöner alter Weihnachtslieder drei auszuwählen, war gar nicht so einfach. Manche fielen aus der Liste, weil für ihr Verständnis einiger historischer Kontext notwendig ist, andere, weil die heute verbreitete Fassung in der NS-Zeit entstanden ist (u.a. um sie zu „entchristlichen“). Übrig geblieben sind schließlich drei Lieder, die sich unter Verwendung unterschiedlicher Taktarten aus drei verschiedenen Blickwinkeln mit Weihnachten befassen: Thematisiert werden die Kirchenglocken, die Winteridylle und – natürlich – die Vorfreude.

Süßer die Glocken nie klingen

Das Weihnachtslied Süßer die Glocken nie klingen“ (siehe Download) im Dreivierteltakt bietet sich an, um auf Glockenspielen und Metallofonen begleitet zu werden. Dabei spielt ein Metallofon so tief wie möglich die Grundtöne der Akkorde mit.  Sie sind dafür in den Noten über jedem Takt aufgeschrieben. Es können auch die Klangstäbe C, F und G verwendet werden. In der dritten Strophenzeile (in der zweimal exakt die gleiche Phrase gesungen wird) spielen dann zwei Glockenspiele und ein weiteres Metallofon zweimal diese vier Takte. Dadurch wird die ohnehin schon vorhandene musikalische Hervorhebung dieser Zeile noch unterstrichen.

Leise rieselt der Schnee

Zu diesem Weihnachtslied im Dreivierteltakt können die Kinder ein viertaktiges Vor-, Zwischen- und Nachspiel gestalten. Ein Kind kann zum Beispiel ganz sanft mit dem Rainmaker (Regenrohr) den Schnee rieseln lassen. Wenn Sie ein Instrument spielen, spielen Sie die Akkorde G – C – D(7) – G dazu. In einer anspruchsvollen Variante spielen Sie zum Klang des Rainmakers die komplette Liedbegleitung und die Klasse summt dazu die Melodie.

Im zweiten Schritt über legen sich die Kinder für die langen Töne in den Strophen metallische Klänge, die wie ein Tremolo den gesamten Takt über erklingen. Die können folgende Instrumente sein: Glockenkranz, Triangel, ein Ton des Akkords auf einem Glockenspiel oder Instrumente die von sich aus (ohne Tremolo) lang klingen,  z.B. tibetischen Zimbeln, Triangel, ein Ton des Akkords auf dem Metallofon. So erklingt in jedem dieser vier Takte etwas anderes, was sich erst in der nächsten Strophe wiederholt.


 

Mehr Weihnachtslieder für die Grundschule in: Elementares Musiktheater

Kinder spielen und verkleiden sich gern und schlüpfen mühelos in verschiedene Rollen. Wie Sie diese Freude am Theaterspielen in einem Improvisationsstück oder beim Tanztheater aufgreifen, erfahren Sie hier:


Elementares Musiktheater

Grundschule Musik Nr. 92/2019

 


Morgen, Kinder, wird’s was geben

Bei diesem lebhaften Weihnachtslied im Zweivierteltakt empfiehlt sich eine Begleitung mit Rhythmusinstrumenten in der Grundschule. Sie sehen im Download-PDF wie die Instrumente eingesetzt werden können. Vorgeschlagen werden hier Guiro, Klanghölzer, Triangel, Holzblocktrommel und große Zimbeln. Die Triangel spielt auf das letzte Achtel des Taktes, also erst nach dem gesungenen Ton. Die Holzblocktrommel spielt Sechzehntel. Für ein Vor-, Zwischen- und Nachspiel (4 oder 8 Takte) überlegen sich die Kinder eigene Rhythmen. Die Lehrkraft spielt eine Akkordbegleitung eigener Wahl.

Zu den Liedkomponisten

  • Friedrich Wilhelm Kritzinger (1816 – 1890) war Lehrer und Theologe und ab 1852 für 38 Jahre der erste Direktor der Königlichen Erziehungs- und Bildungsanstalten in Droyßig bei Naumburg, wo Elementarschullehrerinnen, Lehrerinnen für höhere Töchterschulen und Gouvernanten ausgebildet wurden. Insbesondere für kirchliche Feiertage schuf er Lieder indem er Texte auf bereits bekannte Melodien schrieb. Am bekanntesten ist „Süßer die Glocken nie klingen“ geworden, welches auf dem Volkslied „Dort sinket die Sonne im Westen“ basiert.
     
  • Eduard Ebel (1839 – 1905) war evangelischer Pfarrer in Beirut und Graudenz, später Superintendent in Halle (Saale). Nebenbei verfasste er religiöse Gedichte, dessen bekanntestes „Leise rieselt der Schnee“ aus dem Jahr 1895 ist. Die Musikwissenschaft ist uneinig darüber, ob er selbst die Melodie des Liedes geschrieben hat oder eine bereits vorhandene Volksweise verwendet hat … oder ob die Melodie von jemandem anders dem Text zugeordnet wurde.
     
  • Karl Friedrich Splittegarb (1753–1802) war Gründer und Leiter einer höheren Knabenschule in Berlin. Er gab Schulbücher und Liedersammlungen heraus. Der Text von „Morgen, Kinder, wird’s was geben“ geht auf ein älteres Lied zurück. Er wurde mehrfach vertont. Durchgesetzt hat sich die Melodie von Carl Gottlieb Hering (1766 – 1853), welcher Lehrer und Organist in Oschatz und Zittau war. Das Lied hatte ursprünglich sieben Strophen. Zwei der heute nicht mehr gesungenen befassen sich mit den Weihnachtsgeschenken in seiner Entstehungszeit und könnten für die Kinder durchaus von historischem Interesse sein. Die ursprünglichen Schlussstrophen mahnen schließlich zu pfleglichem Umgang – miteinander und mit den Geschenken.

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