Halloween in der GrundschuleTrick or Treat!

Der amerikanische Halloweenbrauch des „Trick or Treat“ wird seit einigen Jahren auch bei uns immer mehr zu einer neuen Tradition im Herbst. Nutzen Sie die Gelegenheit, um mit den Kindern ein paar neue Rhythmen für Halloween einzustudieren und gruselige Musiken zu erfinden. Der Trick-or-Treat-Marsch eignet sich ganz hervorragend dafür. Vielleicht bringen die Kinder sogar ein bisschen Musik davon auf die Straße?

Halloween in der Grundschule feiern

In dieser Unterrichtsidee zum Halloween mit Musik wird ein Trick-or-Treat-Marsch erarbeitet. Foto: © Bekir Dönmez / Unsplash

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Seit mehr als 20 Jahren ist Halloween auch außerhalb von Gruselfilmen in Europa ein Thema geworden. Bis dato uramerikanisches Volksgut mit irisch-keltischen Wurzeln konnte man auf einmal staunend zusehen, wie Halloween sich plötzlich in den Medien und den Dekoabteilungen breit machte. Vor den Supermärkten warteten ab Ende August Kürbisse in bislang unvorstellbaren Mengen auf Käufer mit Schnitzmessern. Nicht wenige hat dies irritiert, zu offensichtlich ist die Begeisterung der Industrie am neuen „Invasionsvolksgut“.

Halloween feiern

Da meine Tochter eine Kindergartenfreundin aus den USA hatte, lernte ich Halloween schon früh und in einem sehr angenehmen Zusammenhang kennen. Nämlich als lustiges Gruselfest, an dem Kinder und auch Erwachsene einen Heidenspaß haben können. Und darum möchte ich jetzt hier eine Lanze brechen für das von Kindern geliebte, von Erwachsenen eher etwas genervt aufgenommene Halloween: als schöne Möglichkeit, im späten Herbst mit Kindern, die dem Laternenfestalter entwachsen sind, noch mal ein Verkleidungsfest zu feiern, inklusive Gruselschmaus und „Trick or Treat“.

Der Trick-or-Treat-Brauch

Was nun ist „Trick or Treat“? Die Kinder gehen verkleidet und mit Laternen von Haus zu Haus und rufen vor der Tür von den Hausbewohnern nach Süßigkeiten. Gibt es keine Süßigkeiten oder öffnet niemand die Tür, wird ein klitzekleiner Streich gespielt – natürlich ohne Schaden anzurichten; ein gemeinsamens „Buuuuuuuhhh!“ reicht schon als Streich.

Bausteine für den Musikunterricht

Für den Musikunterricht sollen hier nun drei Bausteine rund um das Trick-or-Treat vorgestellt werden, die sowohl einzeln für sich stehen, aber auch miteinander kombiniert werden können, zum Beispiel auch für eine Präsentation im Rahmen eines späten Herbstfestes.

Ein Baustein ist der Trick-or-Treat-Marsch. Metrisch gebundenes Musizieren auf Stabspielen ist die „Laufmusik“, zu der die Kinder auf ihrem Weg von Tür zu Tür wandern. Vor einer Tür angekommen, bleiben die Kinder stehen, die Musik pausiert und die Kinder rufen den klassische Reim des Halloween-Lieds „Trick-or-Treat“:    

  • Trick or Treat, Trick or Treat! Give us (eight) good things to eat! (Die Zahl variiert nach Anzahl der mitlaufenden Kinder.)
  • Die Gruselmusik bildet den zweiten Schwerpunkt in dieser Unterrichtseinheit. Hier sollen die Kinder Musik für typische Halloween-Gruselgestalten erfinden, für das Monster, das Gespenst, das Skelett, die Fledermaus, die Spinne und die Hexe.
  • Und eine kleine Spielerei mit der Stimme kann diese beiden Elemente noch ergänzen: Das variantenreiche Begrüßen der vielen ausgehöhlten Kürbisse, denen man im Oktober begegnet: Hello, Jack o´Lantern oder Hello, Mr Pumpkin!

 


 

Mehr Unterrichtsideen zur herbstlichen Jahreszeit finden Sie in dem Sammelband 'Herbst: Ideen für alle Fächer'

Bäume, Halloween und alles rund um Äpfel und Kartoffeln – entdecken Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern die Phänomene dieser Jahreszeit:


Herbst: Ideen für alle Fächer

Sammelband Grundschule

 


Der Trick- or-Treat-Marsch

Das „Häuserlaufen („Trick or Treat“)“ ist der Kernpunkt der Kinder-Halloween-Tradition. In meinem Unterrichtsvorschlag wird das Laufen und das Bitten um Süßigkeiten szenisch dargestellt und dabei musikalisch untermalt. Vorgeschlagen wird hier eine Variante für 16 Kinder; acht Kinder sind die „Läufer“, acht Kinder die Musiker. Für das Instrumentalspiel sollte die Lehrkraft die Kinder wählen, die metrisch-rhythmisch schon recht sicher sind. Und für die Läufer eignen sich besonders gut Schüler, die Spaß am szenischen Agieren haben. Die szenisch-instrumentale Darstellung des Trick-or-Treat ist sukzessiv aufgebaut; zu Beginn laufen nur zwei Kinder und nur zwei Kinder musizieren dazu. Bei jedem wiederholenden Durchgang kommt ein Kind – und ein Musiker! – mehr hinzu. Der Trick-or-Treat-Marsch wächst also durch ein Orchestercrescendo. Das Laufen kann im Prinzip überall gespielt werden, doch ein Bewegungsraum ist sicherlich etwas günstiger als der beengte Klassenraum. Jüngere Kinder sollten darauf hingewiesen werden, den Raum in seiner ganzen Fläche zu nutzen, immer neue Raumwege zu finden und vor allem das Laufen im Kreis zu vermeiden. Die Musiker spielen ihre Begleitungen stets immer genau acht Mal und enden abrupt. Die Läufer bleiben dann stehen und rufen „Trick or Treat!“

  1. Durchgang: 2 Läufer, 2 Musiker (mit einem Instrument). Acht Schritte Laufen/Musizieren.
    Dann: „Trick or Treat, Trick or Treat, give us two good things to eat!“
     
  2. Durchgang: 3 Läufer, 3 Musiker (mit Instrumenten). Acht Takte Laufen/Musizieren.
    Dann: „Trick or Treat, Trick or Treat, give us three good things to eat!“
     
  3. Durchgang: 4 Läufer, 4 Musiker (mit Instrumenten)
    Dann: „Trick or Treat, Trick or Treat,give us four good things to eat!“
     
  4. Durchgang: 5 Läufer, 5 Musiker (mit Instrumenten)
    Dann: „Trick or Treat, Trick or Treat, give us five good things to eat!“ usw.

Kostenloser Material-Download

Jetzt herunterladen: Eine ganz einfache Version des Trick-or-Treat-Marsches, die man mit kleinen Rhythmusinstrumenten spielt.

Süßes oder Saures? Da geht noch mehr!

Man mag ja zu Halloween stehen wie man will: Mich ärgert es immer ein bisschen, wenn es am 31. Oktober den ganzen Abend an der Tür klingelt und das Einzige, was mir mit meinen Händen voller Süßigkeiten geboten wird ist das vielstimmig gekrähte „Süßes oder Saures!“ Vielleicht haben die Kinder nach dieser Musikstunde ja Lust bekommen, ihr real stattfindendes Halloween-Trick-or-Treat mit etwas Musik und dem Trick-or-Treat-Reim zu begleiten. Dafür gibt es ein Material (PDF) im Download und eine ganz einfache Version des Trick-or-Treat-Marsches, die man mit kleinen Rhythmusinstrumenten spielt. Rhythmisch ist dieser einfache Begleitsatz schnell gelernt und natürlich auch als Erweiterung für diesen einzusetzen, wenn man noch mehr Kinder als Musiker unterbringen möchte.

Hilfe! Geister im Haus!

Nun öffnen ja üblicherweise harmlose Menschen die Haustür. Wir wollen es aber für unser musikalisches Trick-or-Treat ein bisschen spannender gestalten. Diese Idee entwickelte sich, weil mein Nachbar, vorbereitet auf unser Kommen am Halloween, uns als Monster verkleidet die Tür öffnete und acht kleine Mädchen mit vergnügtem Kreischen beinahe die Treppe wieder rückwärts herunter purzelten. Ja, wie wäre das denn, wenn bei unserem Marsch uns lauter Schreckensgestalten die Tür öffneten? Die Vorstellung von Monster, Skelett, Fledermaus, Gespenst, Hexe, Spinne, hilft den Kindern, freimetrisch zu experimentieren und mit Instrumenten und Klangerzeugern aus ihrer Umwelt verschiedene Geistermusiken zu entwickeln. Experimentiert und komponiert wird gemeinsam oder in Gruppenarbeit, ausgeführt wird die Gruselmusik dann von den Kindern, die weder bei der Marschmusik, noch als Läufer eingesetzt sind.

Hellooooooo, Mr. Pumpkin!

Im Oktober sieht man geschnitzte Kürbisse vor vielen Haustüren. Jack 0´Lantern werden sie in den USA genannt, aber auch Mr. Pumpkin (so nennt man allerdings auch Kinder in Kürbisverkleidung). Ein kleines Stimmspiel für Mr. Pumpkin hier zum Schluss:

  • Nach dem Trick-or-Treat-Spruch machen sich die Kinder ja immer wieder auf den Weg zum nächsten Haus. Bevor sie gehen, verabschieden sie sich aber auch vor dem Kürbis, der dort ja sicher vor der Haustüre liegt: Hello, Mr. Pumpkin!
  • Das „Hello, Mr. Pumpkin“ kann in ganz unterschiedlichen Stimmqualitäten gestaltet werden: mit ganz tiefen Stimmen, mit Piepsstimmen, mit Roboterstimmen, mit Hexenstimmen, sehr, leise, furchtbar dröhnend... (und dementsprechend kann auch geschauspielert werden: unterwürfig, ehrerbietig verbeugend, ängstlich zurück weichend...)
  • Man kann verabreden, dass nach jedem Trick- or-Treat-Spruch (gemeinsam von der Gruppe gesprochen), jeweils ein Kind anschließend noch den Kürbis begrüßt. Und jedes Kind gestaltet seine Begrüßung ganz individuell.

Ideen zur Weiterarbeit

  • Kürbisse mit den Kindern aushöhlen und schnitzen (aushöhlen geht mit Löffeln und ist ganz ungefährlich), Kürbissuppe kochen.
  • Mr. Pumpkin malen: Zunächst grundieren die Kinder ein erstes Blatt mit sehr dunklen Farben, z.B. schwarz dunkelblau, violett. Auf einem zweiten Blatt zeichnen sie mit Bleistift zart einen großen Kürbis vor (fast Blatt füllend) malen ihn gelb-orange-rot. Ausschneiden und dann die Augen und den Grinsemund zeichnen, ebenfalls ausschneiden und auf das erste Blatt aufkleben.
  • Den Trick-or-Treat-Marsch in der Schule inszenieren und dabei Kinder und Kollegen in den anderen Klassen mit einplanen. Die Kinder marschieren mit der rhythmischen Begleitung durch das Schulhaus und rufen „Trick-or-Treat!“ vor jeder Klasse. Und die Geschenke der Klasse, die besucht werden, müssen ja nicht „to eat“ sein, sondern können auch sein ein Herbstlied, ein Gedicht, ein Bild von einem Kürbis, ein Bild von einer Hexe.
  • Die Klanggestaltung kann erweitert werden: z.B. kann das Treppen hochstapfen, das Tür öffnen, das Süßigkeiten in den Sacke geben usw. instrumental imitiert werden.
  • Der Marsch kann erweitert werden, weil das jeweilige Monster mitgeht. Ein Instrument wird dazu gewählt, dass das Monster repräsentiert (z.B. die Röhrentrommel für das Skelett, der Triangel für die Fledermaus, die Pauke für das Monster) und spielt einen der einfachen Rhythmen oder auch nur den Grundschlag mit.

Happy Halloween!

 

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